Bei Wiederholteilen liegt ein großer Vorteil im Wissen vom letzten Mal: tatsächliche Zeiten je Arbeitsgang, Hinweise der Werkstatt, das verwendete NC-Programm und Fotos der Aufspannung. Wer diese Informationen am Artikel speichert, kann ein Wiederholteil in Minuten neu anbieten, realistischer kalkulieren und schneller rüsten. Ohne diese Daten wird ein Wiederholteil behandelt wie ein neues.
Ein Kunde bestellt ein Teil, das vor zwei Jahren schon einmal gefertigt wurde. Im besten Fall ist das ein leichter Auftrag: Programm, Vorrichtung und Erfahrung sind da. Im schlechtesten Fall weiß niemand mehr, wie es damals lief, und das Teil wird behandelt wie ein neues.
Was beim ersten Mal entsteht und oft verloren geht
| Information | Nutzen beim Wiederholteil |
|---|---|
| Tatsächliche Zeiten je Arbeitsgang | realistische Kalkulation |
| Hinweise der Werkstatt | schnelleres Rüsten, weniger Fehler |
| Verwendetes NC-Programm | kein neues Programmieren |
| Fotos der Aufspannung | Vorrichtung sofort richtig |
| Probleme und Lösungen | Fehler nicht wiederholen |
| Nachkalkulation | Preis an der Realität ausrichten |
Schneller anbieten
Ein Wiederholteil lässt sich in Minuten anbieten, wenn der Artikel mit Arbeitsplan und Material gespeichert ist. Entscheidend für die Genauigkeit ist, welche Zeiten verwendet werden:
- Schätzzeit vom letzten Angebot: schnell, aber vielleicht schon damals falsch
- Ist-Zeit vom letzten Auftrag: realistisch, enthält aber Einmaleffekte
- Vorgabezeit aus der Nachkalkulation: bewusst festgelegt, eine verlässliche Grundlage
Wie aus Ist-Zeiten saubere Vorgabezeiten werden, beschreibt der Ratgeber Nachkalkulation in der Einzelteilfertigung.
Schneller fertigen
In der Werkstatt hilft alles, was beim letzten Mal gelernt wurde: der Hinweis zur Spannlage, das Foto der Vorrichtung, das richtige NC-Programm. Stehen diese Informationen am Arbeitsplatz beim richtigen Arbeitsgang, verkürzt sich das Rüsten spürbar, besonders wenn ein anderer Mitarbeiter das Teil fertigt als beim letzten Mal. Mehr dazu im Ratgeber Fertigungswissen sichern.
Ähnliche Teile als Vorlage
Nicht jedes Teil kommt identisch wieder, aber viele ähneln früheren. Ein ähnlicher Artikel als Vorlage bringt Material, Arbeitsgänge und Zeiten mit; angepasst wird nur, was sich unterscheidet. Damit profitiert auch ein neues Teil vom Wissen aus früheren Aufträgen.
Drei Gewohnheiten, die sich auszahlen
- Jeden Auftrag nachkalkulieren, der wiederkommen könnte.
- Hinweise am Arbeitsgang festhalten, nicht auf der Zeichnung.
- NC-Programme fest dem Artikel zuordnen, statt sie im Netzlaufwerk zu suchen; siehe CAM-Daten im ERP.
Wiederholteile in bIT 4.0
Bei erneuter Bestellung zeigt bIT 4.0 je Arbeitsschritt die beim letzten Mal tatsächlich gebrauchte Zeit. In der Nachkalkulation lässt sich eine Vorgabezeit als Grundlage für Folgeangebote setzen. Ein früheres Teil kann als Vorlage kopiert werden. Die Zeichnung ist am Artikel abgelegt, Hinweise und Fotos hängen am jeweiligen Arbeitsschritt; bei erneuter Fertigung stehen sie direkt zur Verfügung.
Häufige Fragen
Soll ich bei einem Wiederholteil den alten Preis übernehmen?
Nicht ungeprüft. Besser ist, die tatsächlichen Zeiten vom letzten Mal und aktuelle Material- und Stundensätze zu verwenden. War das Teil beim letzten Mal ein Verlust, ist jetzt die Gelegenheit, den Preis anzupassen.
Warum ist ein Wiederholteil beim zweiten Mal oft schneller?
Weil Programm, Vorrichtung und Erfahrung schon da sind. Das gilt aber nur, wenn diese Informationen auffindbar sind. Fehlen sie, beginnt die Suche von vorn.
Was ist, wenn sich die Zeichnung geändert hat?
Dann muss geprüft werden, welche Arbeitsgänge betroffen sind. Maßgeblich ist der Zeichnungsindex: Gehört das NC-Programm zu einem älteren Index, muss es geprüft werden. Das Dateidatum des Programms ist ein zusätzlicher Hinweis.
Wie finde ich frühere Teile schnell wieder?
Über eine eindeutige Artikelnummer, idealerweise mit der Zeichnungsnummer des Kunden verknüpft, und über Suchkriterien wie Kunde, Werkstoff und Bezeichnung.
Grundlage
Dieser Ratgeber beruht auf der Praxis aus der Entwicklung von bIT 4.0. Die Software entsteht seit 2013 zusammen mit dem Pilotkunden Plankenhorn GmbH und weiteren Kunden aus Lohnfertigung, Blechbearbeitung und Halbzeughandel.
