Bei der ERP-Auswahl für einen kleinen Fertigungsbetrieb zählen vor allem drei Fragen: Kalkuliert das System Rüst- und Stückzeiten getrennt, lässt sich die Werkstatt einfach einbinden, und ist das Material mit dem Auftrag verbunden? Dazu kommen Technik, Kosten und die Frage, wer im Problemfall wirklich erreichbar ist. Besonders aussagekräftig ist eine Demo mit einem eigenen, echten Auftrag.
Die meisten ERP-Systeme können auf dem Papier alles. Den Unterschied machen die Details: wie eine Kalkulation aufgebaut ist, ob ein Mitarbeiter ohne PC-Erfahrung die Werkstattansicht bedienen kann, ob der Anbieter erreichbar ist, wenn es klemmt. Mit einer klaren Checkliste lassen sich Anbieter schneller und gezielter vergleichen.
Vor der Auswahl: drei Fragen an sich selbst
- Was soll nach der Einführung besser sein? Zum Beispiel: Angebote in der Hälfte der Zeit, keine Materialengpässe mehr, Nachkalkulation für jeden Auftrag.
- Wer arbeitet mit dem System? Wie viele Arbeitsplätze im Büro, wie viele Maschinen oder Arbeitsplätze in der Werkstatt?
- Was muss angebunden werden? Steuerberater (DATEV), CAM-System, Laserschneid-Software, Online-Banking.
Die Checkliste
Kalkulation und Angebot
Werkstatt
Lager und Material
Rechnungswesen und Schnittstellen
Technik und Daten
Kosten und Service
Die Demo richtig nutzen
Eine Standard-Präsentation zeigt, was die Software gut kann. Aufschlussreicher ist ein eigener Auftrag: ein typisches Teil mit drei, vier Arbeitsgängen und einer Fremdbearbeitung. Lassen Sie es vom Angebot über die Werkstatt bis zur Rechnung durchspielen und achten Sie darauf, wie oft dieselbe Information eingegeben werden muss.
Warnsignale
- Grundlegende Fertigungsfunktionen gibt es nur als teures Zusatzprojekt.
- Auf die Frage nach Referenzen ähnlicher Größe kommt nur ein Logo, kein Kontakt.
- Die Einführung wird ohne Blick auf den Betrieb pauschal mit „ein paar Tagen“ oder „einem Jahr“ beziffert.
- Niemand kann sagen, wie man an die eigenen Daten kommt.
bIT 4.0 im Abgleich mit der Checkliste
bIT 4.0 ist für Lohn- und Einzelteilfertiger mit 5 bis 30 Mitarbeitern gebaut: getrennte Rüst- und Stückzeiten mit automatischen Staffelpreisen, Werkstattanwendung per Touch, Stangenmaterial je Auftrag reserviert, E-Rechnung, DATEV und SEPA-Banking. Die Daten liegen auf dem eigenen Server, Dokumente im normalen Windows-Dateisystem. Ansprechpartner ist direkt der Entwickler. Am besten prüfen Sie das mit einem eigenen Auftrag in einer Demo.
Häufige Fragen
Wie viele ERP-Anbieter sollte ich vergleichen?
Für einen kleinen Betrieb reichen meist zwei bis drei Anbieter, die auf Fertigungsbetriebe ähnlicher Größe spezialisiert sind. Mehr Vergleiche kosten viel Zeit, ohne die Entscheidung besser zu machen.
Worauf sollte ich bei einer ERP-Demo achten?
Bringen Sie einen eigenen, typischen Auftrag mit, idealerweise ein Teil mit mehreren Arbeitsgängen und Fremdbearbeitung. Lassen Sie ihn vom Angebot bis zur Rechnung durchspielen, inklusive der Ansicht in der Werkstatt.
Ist ein großer ERP-Anbieter sicherer als ein kleiner?
Nicht automatisch. Große Anbieter haben mehr Personal für Vertretung und Weiterentwicklung, kleine oft kürzere Wege und mehr Nähe zu den Abläufen kleiner Betriebe. In beiden Fällen zählen Referenzen aus ähnlichen Betrieben und die Frage, wie die Daten gesichert sind und was mit ihnen passiert, wenn die Zusammenarbeit endet.
Sollte ich Referenzkunden anrufen?
Ja. Ein kurzes Telefonat mit einem Betrieb ähnlicher Größe sagt mehr über Einführung und Service als jede Präsentation.
Grundlage
Dieser Ratgeber beruht auf der Praxis aus der Entwicklung von bIT 4.0. Die Software entsteht seit 2013 zusammen mit dem Pilotkunden Plankenhorn GmbH und weiteren Kunden aus Lohnfertigung, Blechbearbeitung und Halbzeughandel.
