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Ratgeber · Fertigung

Zeichnungen an der Maschine: immer die aktuelle Version, auch in DIN A0

Dr. Sven Bachthaler, Bachthaler IT · Zuletzt aktualisiert:
Kurz gesagt

Digitale Zeichnungen an der Maschine verhindern, dass nach einer veralteten Version gefertigt wird: Der Bildschirm zeigt immer die Zeichnung, die aktuell am Artikel gespeichert ist. Für normale Formate reicht ein Tablet. Großzeichnungen bis DIN A0 lassen sich auf einem großen Fernseher am Arbeitsplatz in lesbarer Größe zeigen, der automatisch die Zeichnung des gerade bearbeiteten Artikels anzeigt.

„Welche Zeichnung gilt?“ ist in der Fertigung eine teure Frage, besonders wenn sie nicht gestellt wird. Ein Teil, das nach einer veralteten Zeichnung gefertigt wurde, ist meist Ausschuss. Papierzeichnungen in Auftragstaschen sind dafür eine häufige Ursache.

Warum Papierzeichnungen ein Risiko sind

  • Ändert der Kunde die Zeichnung, bleibt der alte Ausdruck oft in der Werkstatt.
  • Notizen auf dem Papier gehen mit dem Blatt verloren.
  • Zeichnungen werden verlegt, verschmutzt oder bei Wiederholteilen nicht wiedergefunden.
  • Großformate brauchen Platz und einen Plotter.

Digitale Zeichnungen am Arbeitsplatz

Das Prinzip ist einfach: Die Zeichnung ist am Artikel gespeichert, und der Bildschirm an der Maschine zeigt genau diese Datei. Ändert das Büro die Zeichnung, sieht die Werkstatt sofort die neue Version. Es gibt keinen Ausdruck, der veralten kann.

Welcher Bildschirm wofür

Format Geeignete Anzeige
DIN A4 Tablet am Arbeitsplatz
DIN A3 Tablet mit Zoom oder großer Bildschirm
DIN A2 bis A0 großer Bildschirm oder Fernseher am Arbeitsplatz, für A0 ab etwa 65 Zoll
Fotos und Hinweise je Arbeitsgang Tablet

Großzeichnungen auf einem Tablet zu verkleinern und dann zu zoomen, ist mühsam: Man verliert den Überblick über das ganze Teil. Ein großer Fernseher an der Maschine zeigt eine A0-Zeichnung ab etwa 65 Zoll annähernd in Originalgröße und ist meist günstiger als ein Industriebildschirm vergleichbarer Größe.

Automatisch die richtige Zeichnung

Noch praktischer wird es, wenn der Bildschirm nicht bedient werden muss: Er ist einem Arbeitsplatz zugeordnet und zeigt automatisch die Zeichnung des Artikels, dessen Arbeitsgang gerade begonnen wurde. Beginnt der Mitarbeiter zum Beispiel einen Arbeitsgang am Tablet, erscheint auf dem großen Bildschirm die passende Zeichnung.

Ordnung in der Ablage

Damit das funktioniert, braucht es eine klare Ablage:

  1. Eine feste Ordnerstruktur je Artikel auf dem Server.
  2. Eindeutige Dateinamen mit Zeichnungsnummer und Index.
  3. Veraltete Versionen werden archiviert, nicht gelöscht, aber nicht mehr angezeigt.
  4. Zugriff auch ohne ERP, etwa aus CAD und CAM, damit niemand Kopien anlegt.

Zeichnungen in bIT 4.0

Die Werkstattanwendung von bIT 4.0 bietet sofortigen Zugriff auf die zum Artikel abgelegte Zeichnung. Die Dokumente liegen im normalen Windows-Dateisystem; die Ordnerstruktur verwaltet bIT 4.0, der Zugriff ist aber jederzeit auch ohne die Software möglich. Für sehr große Zeichnungen bis DIN A0 gibt es eine Smart-TV-App für Android-TV-Geräte und Fire-TV-Geräte mit Fire OS: Der Fernseher wird einem Arbeitsplatz zugeordnet und zeigt automatisch die Zeichnung des gerade bearbeiteten Artikels, ohne Bedienung. Neuere Fire-TV-Sticks mit Vega OS führen keine Android-Apps aus und sind dafür nicht geeignet.

Häufige Fragen

Reicht ein Tablet für technische Zeichnungen?

Für DIN A4 ja; DIN A3 erscheint auf einem 10- bis 11-Zoll-Tablet nur in gut halber Größe, Bemaßungen sind dann nur mit Zoom lesbar. Großformatige Zeichnungen lassen sich auf einem Tablet aber nur verkleinert darstellen; dafür ist ein großer Bildschirm besser.

Wie stelle ich sicher, dass niemand nach einer alten Zeichnung fertigt?

Indem es nur eine gültige Ablage gibt, die mit dem Artikel verbunden ist, und keine Ausdrucke im Umlauf sind. Ändert sich die Zeichnung, wird die neue Version am Artikel gespeichert und ist sofort an jedem Arbeitsplatz sichtbar.

Wo sollten die Zeichnungsdateien gespeichert werden?

In einer festen Ordnerstruktur auf dem Server, die zum Artikel gehört. Praktisch ist, wenn man auch ohne die ERP-Software auf die Dateien zugreifen kann, etwa aus dem CAD- oder CAM-System.

Braucht der Mitarbeiter am Fernseher eine Bedienung?

Nicht, wenn der Fernseher dem Arbeitsplatz zugeordnet ist und automatisch die Zeichnung des gerade begonnenen Arbeitsgangs zeigt.

Grundlage

Dieser Ratgeber beruht auf der Praxis aus der Entwicklung von bIT 4.0. Die Software entsteht seit 2013 zusammen mit dem Pilotkunden Plankenhorn GmbH und weiteren Kunden aus Lohnfertigung, Blechbearbeitung und Halbzeughandel.

Wie sieht das an Ihrer Maschine aus?

In der Demo zeigen wir die Werkstattanwendung mit einem Teil aus Ihrem Betrieb.

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