Staffelpreise ergeben sich aus einer einfachen Formel: Preis je Stück gleich Rüstkosten geteilt durch Stückzahl plus Stückkosten, jeweils mit Zuschlägen. Voraussetzung ist, dass die Kalkulation einmalige Rüstkosten und stückzahlabhängige Kosten getrennt führt. Dann lassen sich Preise für 1, 10, 20, 50 oder 100 Stück aus einer einzigen Kalkulation ableiten, ohne neu zu rechnen.
Ein Kunde fragt ein Teil in 10 Stück an, deutet aber an, dass später 50 oder 100 kommen könnten. Ein Angebot mit Staffelpreisen beantwortet das in einem Schritt. Richtig berechnet ist eine Staffel kein Rabatt nach Gefühl, sondern folgt direkt aus der Kalkulation.
Die Formel
Preis je Stück = (Rüstkosten ÷ Stückzahl) + Stückkosten
- Rüstkosten fallen einmal pro Los an: Maschine einrichten, Programm einfahren, Erstteil prüfen.
- Stückkosten fallen für jedes Teil an: Bearbeitungszeit und Material.
Auf das Ergebnis kommen die üblichen Zuschläge für Materialgemeinkosten, Verwaltung, Vertrieb und Gewinn. Wie Rüst- und Stückkosten selbst entstehen, beschreibt der Ratgeber Angebotskalkulation in der Lohnfertigung.
Rechenbeispiel
Ein Teil mit 160 € Rüstkosten je Los und rund 23 € Stückkosten (17,08 € Bearbeitung und 6,00 € Material), angelehnt an das Drehteil aus dem Ratgeber Angebotskalkulation. Ein Gesamtzuschlag von 25 Prozent auf die Kosten vor Zuschlägen dient als Beispiel.
| Stückzahl | Rüsten je Stück | Stückkosten | Kosten je Stück vor Zuschlägen | Preis je Stück (+25 %) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 160,00 € | 23,00 € | 183,00 € | 228,75 € |
| 10 | 16,00 € | 23,00 € | 39,00 € | 48,75 € |
| 20 | 8,00 € | 23,00 € | 31,00 € | 38,75 € |
| 50 | 3,20 € | 23,00 € | 26,20 € | 32,75 € |
| 100 | 1,60 € | 23,00 € | 24,60 € | 30,75 € |
Die Tabelle zeigt die typische Kurve: Zwischen 1 und 10 Stück fällt der Preis stark, ab 50 Stück nur noch wenig. Bei großen Mengen nähert sich der Preis 28,75 € (23 € Stückkosten plus 25 Prozent Zuschlag); tiefer sinkt er auch dann nicht, wenn der Rüstkostenanteil fast verschwindet.
Staffelpreise im Angebot darstellen
Bewährt hat sich eine kleine Tabelle mit Stückzahl und Preis je Stück, darunter zwei Hinweise: ob der Preis für eine Lieferung oder für Abrufe gilt, und wie lange das Angebot gültig ist. So kann der Kunde selbst rechnen und kommt mit der passenden Menge zurück.
Wo Staffelpreise schiefgehen
- Rüst- und Stückzeit nicht getrennt. Dann gibt es keine saubere Grundlage, und die Staffel wird geschätzt.
- Pauschale Rabatte. „Ab 50 Stück 10 Prozent“ ignoriert, dass die Rüstkosten bei Einzelteilen den größten Anteil haben.
- Rüsten bei Teillieferungen vergessen. Bestellt der Kunde 100 Stück, ruft sie aber in vier Lieferungen ab, und jede Lieferung wird separat gefertigt, fällt das Rüsten viermal an. Das gehört in die Angebotsbedingungen.
- Materialpreis nicht angepasst. Bei großen Mengen kann der Einkauf günstiger sein, bei kleinen ist oft eine Mindestmenge zu kaufen.
Staffelpreise in bIT 4.0
Weil bIT 4.0 Rüsten und Bearbeitung je Arbeitsschritt getrennt führt, berechnet es aus dem Preis für 1 Stück automatisch die Preise für 10, 20, 50 und weitere Stückzahlen. Die Staffel entsteht aus derselben Kalkulation, ohne zusätzliche Rechnung.
Häufige Fragen
Wie viele Staffeln sollte ein Angebot enthalten?
Drei bis fünf Staffeln sind üblich, zum Beispiel 1, 10, 25, 50 und 100 Stück. Sie sollten die Mengen abdecken, die der Kunde realistisch abruft.
Gehört das Material in die Staffel?
Ja, als Kosten je Stück. Bei größeren Mengen kann der Einkaufspreis je Einheit sinken; das lässt sich als eigene Staffel im Materialpreis berücksichtigen.
Was mache ich, wenn der Kunde eine Zwischenmenge bestellt?
Mit der Formel lässt sich jeder Preis exakt berechnen. Alternativ gilt der Preis der Staffel mit der nächstkleineren Stückzahl; das sollte im Angebot geregelt sein.
Warum sinkt der Stückpreis nicht unbegrenzt?
Weil nur die Rüstkosten je Stück kleiner werden. Die Stückkosten aus Bearbeitung und Material bleiben gleich; zusammen mit den Zuschlägen bilden sie die Untergrenze.
Grundlage
Dieser Ratgeber beruht auf der Praxis aus der Entwicklung von bIT 4.0. Die Software entsteht seit 2013 zusammen mit dem Pilotkunden Plankenhorn GmbH und weiteren Kunden aus Lohnfertigung, Blechbearbeitung und Halbzeughandel.
